Familienrecht

Startseite \ Familienrecht \ Neues Recht zum Zugewinnausgleich ab 01.09.2009
« Zurück

Neues Recht zum Zugewinnausgleich ab 01.09.2009 23.11.2015 06:59

Bislang (nach dem bis 31.08.2009 geltenden Recht) blieben Schulden, welche bei der Eheschließung bereits vorhanden waren, bei der Ermittlung des Zugewinns ohne Berücksichtigung, da das Anfangsvermögen nicht negativ sein konnte.

Nach dem neuen -seit 01.09.2009 geltenden Recht- wird negatives Anfangsvermögen bei der Ermittlung des Zugewinns berücksichtigt. Ein Ehegatte, der nach neuem Recht mit seinem während der Ehe erworbenen Vermögen Schulden tilgt -z.B. 40.000,00 EUR Schulden am Anfang der Ehe hat und am Ende der Ehe nur noch 20.000,00 EUR Schulden- hat dann einen Vermögenszuwachs von 20.000,00 EUR, der der Ausgleichsberechnung unterliegt.

Eine weitere Neuerung des neuen Rechtes ist, dass die Ehegatten im Zeitpunkt der Trennung einen gegenseitigen Auskunftsanspruch über das Vermögen des anderen Ehegatten haben. Dies hat den Vorteil, dass der ausgleichsberechtigte Ehegatte erkennen kann, ob vom Zeitpunkt der Trennung bis zum Zeitpunkt der Berechnung des Zugewinnausgleiches (Stichtag ist dann die Zustellung des Scheidungsantrages) Vermögensminderungen zu Lasten des ausgleichsberechtigten Ehegatten erfolgt sind. Ergeben sich Vermögensminderungen, muss der Ehegatte, bei dem die Vermögensminderung eingetreten ist, nachweisen, dass ein unverschuldeter Vermögensverlust vorliegt.

Rechtsanwältin Thiery
(Fachanwältin für Familienrecht)