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Benötige ich als Antragsgegner für das Scheidungsverfahren einen Rechtsanwalt? 21.11.2015 07:01

Eigentlich nicht. Der hierfür typische Fall ist, dass ein Ehegatte den Scheidungsantrag einreicht und der andere Ehegatte dem Scheidungsantrag im Scheidungstermin dann zustimmt. Mit der Scheidung wird jedoch in der Regel auch der Versorgungsausgleich - der Austausch der jeweiligen Rentenansprüche der Ehegatten - geregelt.

Der Versorgungsausgleich wird dabei von Amts wegen, wenn die Ehezeit länger als 3 Jahre ist, durchgeführt. Hierfür brauchen Sie nach dem Gesetz keinen Rechtsanwalt, Sie können sich im Scheidungstermin allein vertreten.

Eine anwaltliche Vertretung ist jedoch im Hinblick auf den durchzuführenden Versorgungsausgleich - Ihre spätere Altersvorsorge - geboten. Der Rechtsanwalt Ihres Ehepartners, der für Ihren Ehepartner die Scheidung eingereicht hat, kann und darf Sie aus rechtlichen Gründen nicht beraten.

Der Versorgungsausgleich beeinflusst in erheblichem Maße die soziale Sicherung im Alter und ist daher finanziell von großer Bedeutung. Die Überprüfung der im einzelnen vom Gericht eingeholten Auskünfte der verschiedenen Versorgungsträger (gesetzliche Rentenversicherung, private Rentenversicherung, betriebliche Altersvorsorge etc.) ist oft schwierig und verlangt besondere Kenntnisse. Nicht immer sind die von den verschiedenen Versorgungsträgern erteilten Auskünfte nachvollziehbar und die Berechnung des Gerichtes korrekt.

Eine nachträgliche Änderung des bereits rechtskräftig gewordenen Versorgungsausgleiches ist nur in eng begrenzten Ausnahmefällen und auch nur bei bestimmten Versorgungen möglich.

Es empfiehlt sich daher eine rechtzeitige Überprüfung der Auskünfte noch während des laufenden Verfahrens.